...als Zukunftsprojekt 2001
mit dem Robert-Jungk-Preis

Preisgekrönt

Robert-Jungk-Preis an die Aktionsgruppe

Am 02. Oktober wurde im "tanzhaus NRW" die Aktionsgruppe ab[ART]ig mit dem Robert-Jungk-Preis als Zukunftsprojekt 2001 ausgezeichnet. Der Preis wird vom Städtenetzwerk NRW, der Robert Jungk Stiftung / Salzburg und dem NRW-Ministerium für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport verliehen. Beworben hatten sich 148 Projekte von denen 13 prämiert wurden. Fünf dieser dreizehn Projekte haben zusätzlich noch Sonderpreise, bzw. den mit 200'000 DM dotierten Robert-Jungk-Preis erhalten.

Und das sagt die Jury über uns:

Das sagten sich sechs junge Erwachsene aus Bottrop-Batenbrock. Sie wollten über den reinen, passiven Konsum dieser zielgerichteten Unterhaltung hinaus zu intensiverem Nachdenken und - vor allem zu aktivem Tun anregen. Und weil rechte Gewalt und Ausländerfeindlichkeit nicht nur ein Problem von jugendlichen ist, sollten auch Erwachsene aufgefordert werden nachzudenken, sich tätig einzubringen und mit der Thematik auseinander zu setzen.

Ein Weg, eine didaktische Methode, wurde gefunden: Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, aus Politik, Wirtschaft, Film, Fernsehen und Musik wurden ebenso angeschrieben, wie ganz normale Bürger und Schulklassen. Aber sie erhielten nicht nur einen Brief, sondern ein Paket mit verschiedenen Inhalten. Das konnte ein Globus oder Felsbrocken, konnten Turnschuhe, Filzstifte oder andere Gegenstände sein. Die Empfänger wurden aufgefordert, ,,in irgendeiner Form zum Thema Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit gestalterisch tätig zu werden". Die anfängliche Skepsis der lnitiatoren - würden Reaktionen eintreten, würden die Menschen mitmachen, sich Zeit zur Beteiligung nehmen - ist mittlerweile verflogen. viele unterstützten die Aktion. Über ein Dutzend Exponate sind eingesandt worden und zustimmende Schreiben eingetroffen. In der Zeit vom 4. bis 21. November dieses Jahres werden in einer Ausstellung die Werke präsentiert und damit der Öffentlichkeit vorgestellt. Vor allem Schulen sollen in diesem Zusammenhang angesprochen werden. Im Begleitprogramm der Ausstellung sind Dichterlesungen Puppentheater u.a. in Planung. Zudem ist eine Predigtreihe angelaufen.

Im Juni war bereits Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu Gast, Im September wird der Bundestagsabgeordnete der Stadt Bottrop, Dieter Grasedieck, sprechen. Der Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi, der Geschäftsführer der CDU, Laurenz Meier, Günther Jauch, Yves Eigenrauch vom Bundesligaclub Schalke 04 sowie der Ministerpräsident des Landes NRW, Wolfgang Clement, wurden angeschrieben und zu Predigten eingeladen. Der Titel des Projektes ab[ART]ig ist das Ergebnis von Diskussionen mit einer Werbeagentur, die die Gruppe zu Anfang beraten hat. Ein orangefarbenes Hitlerbärtchen wurde als Abzeichen entworfen und bietet die Möglichkeit, sich öffentlich zu bekennen.

Kurzes Fazit. Ein originelles und gelungenes Beispiel, für ein engagiertes Eintreten gegen Rechtsextremismus uns Ausänderfeindlichkeit in unserer Gesellschaft.

Die Urkunde und die Preisverleiher - klicken Sie darauf für eine große Version: